Was ist Tantra ?

Tantra - Die Verheissung

Tantra, so glauben manche, sei Gruppensex mit spiritueller Entschuldigung. Wieder andere meinen, es ginge um Liebestechniken allein. Viele denken, man könne Tantra nur zu zweit praktizieren und außerdem sei es ungeheuer exotisch und damit nichts für normale Menschen. So gibt es viele Glaubenssätze über Tantra, dabei hat gerade Tantra absolut mit Praxis zu tun und wenig mit Glauben.

Die Verehrer des tantrischen Weges schwärmen von kosmischer Glückseligkeit und dem kosmischen Orgasmus, von vibrierender Ekstase, dem lebendigen Strömen der Lebensenergie und stundenlangen Vereinigungen.

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Acht übliche Fragen / Advaitas Tantra - FAQ

1. Muß man sich bei Tantra-Gruppen ausziehen?

Für die Kollegen kann ich nicht sprechen, daher weiß ich nicht, ob man sich generell bei Tantra-Gruppen ausziehen muß. In meinen Gruppen kommt es auf das Thema an: im Chakra-Wochenende zum Beispiel gibt es keine Nackt-Session. In der Primärgruppe arbeiten wir mehr bekleidet als in "Lust und Liebe". Aber selbst in einem ganz normalen Anfängerwochenende ist am Sonntag die krönende Abschlußsitzung unbekleidet - weil es um sinnlichen Körperkontakt geht, um Hautkontakt, der durch die Kleidung hindurch einfach nicht mehr dasselbe ist. Aber wenn die Stimmung der Teilnehmer nicht so ist, daß sie sich gerne ausziehen, dann arbeite ich mit anderen Strukturen. Allerdings kann man bei mir nicht eine Jahresgruppe ohne Nacktheit durchlaufen. Ich arbeite direkt mit der sexuellen Energie, mit der sinnlichen Energie - nicht nur energetisch oder symbolisch. Allerdings ist auch interessant, woher diese Frage kommt: meistens stellen Frauen diese Frage, aber häufiger weniger aus moralischen Gründen. Viele finden sich nicht schön und präsentabel genug - also geht es eigentlich um das Selbstwertgefühl und nicht um das Thema Nacktheit. Es geht um Vertrauen und Selbstvertrauen. Da ist die Angst, mit einem unangenehmen oder sogar abstoßenden Partner eine intime Übung machen zu müssen. Diese Ängste lösen sich aber meistens während des Gruppenprozesses auf. Zu den eigenen Grenzen zu stehen, ist sehr wichtig. Diese zu erweitern, um neue Erfahrungen zu machen ist unumgänglich. Es ist ein Balance-Akt: Den einen geht alles schon viel zu weit, den anderen geht es nicht weit genug! Den Spagat muß ein guter Gruppenleiter beherrschen! Aber, um es kurz zu sagen: ja, bei mir darf man sich ausziehen, von müssen kann keine Rede sein. Wer die Jahresgruppe bucht, rechnet schon damit und stellt eine solche Frage nicht mehr.


2. Geht man nicht durch den gruppendynamischen Prozeß zwangsläufig über seine Grenzen?

Auch hinter dieser Frage bemerke ich die Angst vor Veränderung. Kann es nicht auch fruchtbar sein, über die eigenen Grenzen hinauszugehen?
Ist das nicht auch eine befreiende Erfahrung? Die Frage klingt so, als wäre das zwangsweise schädlich. Wie soll es möglich sein, neue Dimensionen zu initiieren, und gleichzeitig in den alten Grenzen bleiben? Das ist die Kunst des Gruppenleiters: neue Erfahrung zu vermitteln, in die Tiefe zu gehen, an Verdrängtes zu rühren, sprituelle Dimensionen zu vermitteln, an alten Grenzen zu rütteln - auf heilsame Weise. Wie kann man sich waschen, ohne naß zu werden? Viele wollen das allerdings. Wie kann man neu geboren werden, ohne das etwas Altes stirbt?

 

3. Gebt oder leitet Ihr tantrische Massagen?

Aber ja. Immer mehr und immer lieber. Wir haben Spaß daran, uns neue Details einfallen zu lassen. Allerdings gefällt uns die Entwicklung nicht, daß viele "tantrische Massagen" in die Nähe der Prostitution rücken. Es ist nicht alles Tantra, was unter diesem Deckmäntelchen angepriesen wird.

 

4. Probiert man sexuelle Praktiken in, bzw. vor der Gruppe aus?

Kommt auf die Stufe an! In Anfängergruppen nicht. In fortgeschrittenen Gruppen gibt es das, allerdings im rituellen Rahmen.
Was heißt:"vor der Gruppe"? Es geht doch nicht um Voyeurismus.

 

5. Findet bei Tantra sexuelle Vereinigung statt?

Aber ja, Tantra ist doch die Kultivierung unserer Natur! Es gibt auch esoterische Formen des Tantra, wie das tibetische, da passiert es eher mental. Tantra ist doch die Kunst der sexuellen Vereinigung mit dem Ziel der Erleuchtung - unter anderem. Es gibt viele Formen von Tantra, das weiße Tantra nach Yogi Bhajan, der vom Kundalini-Yoga kommt, da geht es mehr um Mudren und Mantren und Yantren, aber selbst, wenn man sich nicht körperlich vereinigt - die Vereinigung der Polaritäten ist immer tantrisch. Ich höre wieder die Angst vor dem Liebesakt durch! Tantra ist doch auch die Heilung von einem Wertesystem, daß uns soviel Angst und Schuldgefühle vor dem körperlichen Akt mitgegeben hat.
Welch schmerzliches Erbe!

 

6. Kann ich durch Tantra Ekstase erfahren?

Ja, wenn du zuläßt, daß Du Dich öffnest, seelisch, körperlich, geistig. Wenn Du an Deinen Ängsten festhältst, dann kann auch Tantra nicht helfen. Deine Bereitschaft ist der Schlüssel. Ekstase ist Entgrenzung - wenn Du die suchst mit ganzem Herzen, kann alles helfen, nicht nur Tantra.

 

7. Kann man als Paar in einer Tantra-Gruppe unbehelligt bleiben?

Das kommt einmal auf den Spirit oder das Konzept des Gruppenleiters an, dann kommt dein eigenes Verhalten dazu. Am besten ist eine Paar-Gruppe, da bleibst Du am unbehelligsten! In einer gemischten Gruppe (Singles und Paare) ist das schon schwieriger. Besteht aber im "richtigen Leben" schon die Gefahr des "Behelligtwerdens", dann kommt es in der Gruppe richtig zum Vorschein, so, wie sich alles deutlicher zeigt.

 

8. Achtet ihr auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Männern und Frauen?

Ja, sehr, wenn das Thema es verlangt. In der Todesgruppe, der Primärgruppe, oder der Chakra-Arbeit nicht so sehr. Stehen aber erotische Partnerrituale im Vordergrund, dann achten wir darauf, daß jede(r) eine potentiellen gegengeschlechtlichen Partner in der Gruppe findet! Keiner schaut zu oder geht leer aus. Ich fände es besser, wenn die Leser konkret ihre Befürchtungen aussprechen! Deshalb die Länge. Bis bald!