Das Gesetz der Zahlen
Kronen und Zahlen sind zu verstehen als Konglomerate, wie auch die Elemente. Die 10 Kronen entsprechen 7 Ebenen (vgl. Arbeitsblätter S. 5), vergleichbar den 7 Chakren. Als Geheimlehre ist aber nicht nur der Körper betroffen, sondern auch viel höhere Ebenen, die erklärt werden.
Frage zum Selbststudium: Warum ist die Zahl in einem Element positiv und im anderen negativ? Wenn du eine Schattenkarte ziehst, lies die Affirmation dazu (Arbeitsblätter S. 3), um spirituell tiefer zu kommen. Du musst es nicht glauben. Wenn Zynismus hochkommt, lass ihn hochkommen und mach weiter. Lies später erneut, bis du verstehst. Oder nimm den entsprechenden Trumpf: Die Karten 1 – 10 der großen Arkana sind Heilkarten zu den ungünstigen Karten im kleinen Arkana. Auf der spirituellen Ebene werden die äußeren Schatten erträglich.
1 – KETHER – Die Krone
Entspricht dem Sahasrara.
Die Seele fällt hinab aus dem Urgrund des Kosmos. (Hinduismus: Brahma, als physischer Ort.) Die 3 Kurven über Kether (Arbeitsblätter S. 4) bezeichnen die Schleier zwischen uns und dem Unendlichen. Es gibt feinste Unterscheidungen auch im Unsichtbaren der überirdischen Welten. Auf Kether liegen alle Asse.
As der Stäbe:
Same, nicht Ergebnis. Damit etwas daraus wird, brauchst du die anderen Elemente.
As der Kelche:
Gefäß sein für die tantrische Liebe, empfangende Qualität der oberen Chakren, das Einströmen der höheren Weisheit. Damit darf man sich auf keine Fall schmücken, sonst schwindet es bald.
As der Schwerter:
Meditation auf dieses Symbol erhöht die Entscheidungsfähigkeit und Zielgerichtetheit. Therapeutisch: Unbeirrbarkeit. Determination, sich Ziele setzen, jedoch ohne verkrampft zu sein.
Schwert ist auch Encounter. Unterscheidung Kraft / Gewalt oder Sanftheit / Kitsch.
As der Scheiben:
Erde, Gesundheit, Geld. Neuanfang: ich höre auf zu rauchen, schlafe mehr, regelmäßiges Essen, Sport, Fitness, Meridiane. Oder Geldfluss.
2 – CHOKMAH – Weisheit
Dualität der Pole in Harmonie. Unter Chokmah, die weiblich ist, liegen die Ritter. Dies ist tantrisch: das Männliche ist im Weiblichen.
Alle 2-er Karten sind positiv.
2 Stäbe:
Durchsetzung ohne Cholerik
2 Kelche:
romantische, harmonische Liebe
2 Schwerter:
Frieden, die mentale Kraft ist ausgeglichen
2 Scheiben:
Wechsel. Eine dynamische Erdkarte. Es gibt nichts Beständiges, außer der Veränderung. Null gleich zwei. Zufriedenheit mit den Dingen, auch wenn sie ihre Schwierigkeiten haben. Alle Schwierigkeiten verstehen als Beschäftigung des Göttlichen mit meiner Person. Tiefes Annehmen von Krisen und Konflikten als Wachstumspotenzial (nachdem man alle Gefühle ein mal zugelassen hat).
3 – BINAH – Verstehen
Es geht um Erfahrung. Binah ist männlich, gilt auch als „Mutter des Chaos“. Die 2 und 3 sind zwei Pole und entsprechen gemeinsam dem Dritten Auge, als Ausgleich rechter und linker Gehirnhälfte. Unter Binah liegen die Königinnen.
3 Scheiben:
Du arbeitest an gegen die Wellen des Chaos
DAATH
Zwischen 2 / 3 und 3 / 4 liegt ein Schattenbalken mit der Krone Daath. Er heißt Abyssos und ist der Abgrund zwischen der phänomenalen Welt und dem Absoluten, ein völlig anderer Abgrund als der der Kindheit. Er hängt zusammen mit möglichem Wahnsinn, verworrenen Stimmen, dem Gefühl, das Universum sei eine Maschine, kalt und seelenlos, den Menschen als Stäubchen. Es gibt Wächter: Enthusiasmus, Ausdauer, Determination. Um in die Ebene des Absoluten vorzudringen, brauchst du das Gefühl der Sehnsucht.
Daath liegt in der Mitte der Kronen 1 – 6. Innerhalb dieser Kronen sind das Männliche und Weibliche permanent verschränkt: weibliche Zahl und männlicher Pol, männliche Zahl und weiblicher Pol. Zwischen den 6 Kronen kann man einen Davidsstern zeichnen bzw. das tantrische Symbol der ineinander verschränkten gleichseitigen Dreiecke für das Shiva- und Shakti-Prinzip (vgl. Arbeitsblätter S. 8). Das Kreuz darunter, das die Scheiben 6 – 10 verbindet, steht für Himmel (6), Mensch bzw. Ich (8), Mitmensch bzw. Schöpfung (7) und Erde (10).
Literatur:
– Umberto Eco: Das Foucaultsche Pendel
– Die Schlüssel zum Foucaultschen Pendel (kürzer)
4 – CHESED – Gnade
Chesed ist weiblich, empfangend. Zugeordnet ist der Planet Jupiter. Sie bedeutet Beharrung, Stabilität, aber auch Erstarrung. Das Prinzip der Manifestation. Im großen Arkanum: Der Kaiser. Lichtseite: es wird etwas geboren, auch tatsächlich
Schattenseite: Erstarrung
4 Stäbe:
Die kreative Kraft zur Vollendung bringen
4 Kelche:
erste Verunreinigung des Elements Liebe. „Üppigkeit“, Nebel hinter den Kelchen. Wasser kennt das Element der Beharrung nicht.
4 Scheiben:
Macht. Es geht auch um Immobilien, Grundstücke etc.
5 – GEBURAH – Gerechtigkeit, Strenge
Männlich, dem Planeten Mars zugeordnet. Es geht ums Kämpfen. (Den Karma-Begriff gibt es nicht im Tarot.) Alle kleinen 5er Karten sind ungünstig. Im großen Arkanum: Der Hohepriester, er ist die Heilkarte der 5er und bedeutet auch spirituelle Disziplin.
5 Stäbe:
Wettbewerb. Hat auch mit dem Außen zu tun
5 Scheiben:
Quälerei. Hat auch mit sich selbst zu tun. Grundsätzlich schwierig, aber schöpferische
6 – TIPHERETH – Schönheit
Die Scheibe entspricht dem Herzchakra. Sie hat 8 „Zu- und Abflüsse“, Verbindungen. Absolute Harmonie zwischen oben, unten, rechts und links. Tantra sagt das Gleiche.
Tipareth ist nicht rajas (Feuer), nicht tamas (Dunkelheit), sondern tattva (Licht). Alle 6er Karten sind positiv. Erfolg erreichen durch Ausgleich von Geben und Nehmen.
6 Kelche:
sinnlicher Genuss, gelungenes Ritual, Löwe im Jupiter
6 Schwerter:
Gleichgewicht zwischen Gefühl und Verstand. Gedanken sind Diener des Herzens.
6 Scheiben:
Mond im Stier, Erfolg aber instabil, nicht für Dauer
7 NETZACH – Sieg
Wieder instabil. Es gibt die Brüche, die Krisen, den Tod. Grenzen, an die du immer wieder stößt. Zugeordnet ist der Planet Venus, dennoch sind alle 7er Karten schlecht: Das passiert, wenn Venus sich ins Lotterbett legt. Wenn die schöne Frau eitel wird, wird der Reichtum zu Gier und Sucht. Primärgeschichten als verdorbene Qualitäten der Venus. Die große 7 ist der Wagen, wieder ist es die Heilkarte: Überwindung von Grenzen durch spirituelle Disziplin und Nach-innen-Gehen.
7 Stäbe:
Streit, Kurzschluss. Grober Knüppel haut in feines Geflecht. Schlimmere Karte: der Turm. Tapferkeit bedeutet, das durchzuhalten.
7 Kelche:
Verderbnis
7 Schwerter:
Vergeblichkeit. Z.B. Advaitas Versuch, in Frauenzeitschriften zu annoncieren etc.
7 Münzen:
Fehlschlag
8 HOD – Glanz
Netzach und Hod entsprechen zusammen dem 3. Chakra. Sie sind voller Schwierigkeiten. Tod und Teufel sind auf dem Weg vom 3. Chakra zum Herzen. Herz und 3. Chakra haben entgegengesetzte Werte.
Zu Hod gehört der Planet Merkur. Es geht um Rhythmus, Wiederholung, Gesetzmäßigkeit, Bewegung. Merkur ist verbunden mit Venus (7-Netzach). Dazwischen liegt der Turm. Es ist keine ideale Ehe. Die meisten unglücklichen Ehen funktionieren auf dieser Ebene.
Heilkarte ist die große 8 (Ausgleichung): Wenn ich mich im Einklang mit den Gesetzen bewege, kommt wieder der Erfolg. Dann wieder die Krise, das Ganze führt zu Wachstum!
9 YESOD – Fundament
Wir befinden uns im 2. Chakra. Als Sexchakra wird es in der Kabbalah nicht thematisiert. Hier ist es der Hort der Träume, des Unterbewussten. Planet ist der Mond, als Energie des Unbewussten. Die 9 ist z.B. auch für ein Medium wichtig, Wahrträume kommen hierher (2. und 6. Chakra hängen zusammen).
Die 9 steht auch allgemein für Energie (W. Reich: Lebensenergie).
Drei der 9-er Karten sind okay.
9 Stäbe:
Du kannst innere Widerstände aushalten.
9 Kelche:
Ein Wunsch geht in Erfüllung. Jupiter in den Fischen, das Glückslos.
9 Schwerter:
Grausamkeit, hat immer mit primären Prozessen zu tun, mit erlebter Grausamkeit in der Kindheit. Mars im Zwilling: Mars wird zerstückelt.
Grausamkeit erlebt haben und damit auch zur Grausamkeit tendieren: Killerinstinkt.
Oder viel Grausamkeit erleben und nicht in der Lage sein, sich zu lösen.
9 Scheiben:
Gewinn. Das Ende der finanziellen Verlustzone, auch Beliebtheit und Popularität.
10 MALKUTH – Königreich
Die 10 wiederholt die 4. Es geht ums Hier und Jetzt, die Realität. In Kether sind wir alle eins, in Malkuth sind wir verschieden, z.B. verschiedene Namen, Berufe, Alter, Gewicht, Geld. Hier ist die größte Differenzierung, das Nicht-Einssein.
Großer Unterschied zum Raider-Deck: bei Crowley ist die 10 der Zyklus der Vollendung.
Heilkarte ist die große 10: Glück, Jupiter, Aufwärtstrend.
10 Stäbe:
Unterdrückung erleiden oder ausüben oder erlitten haben und den Opferstatus akzeptieren. Auch Erschöpfung (bei Rigiden), Impulse des Körpers zu ruhen unterdrücken, dann brennt dein Feuer aus.
10 Kelche:
Sattheit. Ich hab’s satt. Mars in den Fischen. Alle Kelche sind leer, ausgetrunken. Oder man hebt sich in eine neue Phase. Bei Krankheit ist die Niere etc. betroffen.
10 Schwerter:
Untergang. Es tropft kein Blut im Gegensatz zur 9 der Schwerter. Die Erneuerung ist nicht fern. Meine kleine Welt geht unter. Bei Krankheit ist der Kopf betroffen.
10 Münzen:
Reichtum. Die letzte aller Karten. Wieder bei Null: Der Narr. Wenn du wirklich reich wirst, musst du diesen Reichtum wieder verteilen, z.B. etwas fördern. Die Künste können ohne Sponsoren nicht überleben. Die Künste überleben dann viel länger als die Namen der Reichen.
Sicherheit, gewisse finanzielle Stabilität.
Jede Karte hat Alltagsbedeutung und spirituelle Bedeutung.
Zum Beispiel bedeutet auf der dritten Ebene von oben, die dem 5. Chakra entspricht die 4: alles fließt und die 5: du musst kämpfen. Beides stimmt. Du kommst zur Balance, gehst immer wieder in die Imbalance, um zur Balance zu finden.
„Es gibt keine Rettung“, auch den Erleuchteten, denen die Kether erreicht haben, bleibt nichts erspart, z.B. Osho, der ins Gefängnis musste und dessen Kommune nicht funktioniert hat.