Der kosmische Orgasmus

Mit vier Jahren entdeckte ich eher zufällig, so kam es mir vor, dass ich mir durch Aneinanderpressen der Oberschenkel ein lustvolles Gefühl verschaffen konnte – obwohl ich noch nicht ein Mal die Bedeutung des Wortes Lust kannte: es gehörte nicht zum täglichen Sprachgebrauch in unserer Familie, noch weniger natürlich der Begriff „Orgasmus“.

Spektakulär aber war, was eher als Folge dieses angenehmen Gefühls zwischen den Beinen geschah, nicht dabei, sondern, so weiß ich heute, direkt beim Orgasmus:  ein riesengroßes goldenes  Auge  vor nachtschwarzen Hintergrund erschien mir (natürlich bei geschlossenen physischen Augen), durch dessen Pupille ich abtauchen konnte in einen unendlichen Raum, der mir das Gefühl von Schwerelosigkeit vermittelte – natürlich waren dies Vorgänge geistiger Art, und dennoch erlebte ich sie als wirklich. Die Schwerelosigkeit war nicht beängstigend, sondern merk-würdig – aber auch nicht im üblichen Sinne „glücklich“. Dieses Geschehen konnte ich immer initiieren, wenn ich mich stimulierte.  Es war sehr geheimnisvoll, erlöste mich für eine kleine Zeit von der teilweise als unerträglich erfahrenen Umwelt. Das Erleben des goldenen Auges selbst ließ mich die Zeit vergessen, so dass ich hinterher nie sagen konnte, wie lange es gedauert hatte; fünf Minuten, zehn Minuten, eine halbe Stunde – es hing eher davon ab, wann ich gestört wurde, lebten wir doch zu viert in einem einzigen, wenn auch sehr großen Zimmer. Ich fühlte intuitiv, dass ich besser leise war dabei und ich erzählte  niemandem davon. Dieses Geheimnis gehörte nur mir, mir allein.

So dachte ich.

Eines Tages, ich war gerade wieder im Weltraum masturbatorisch unterwegs, hörte ich die scharfe Stimme meiner Mutter: „Maria, was machst du denn da?“ Ich wusste nichts zu antworten, standen mir doch gar keine Worte zur Verfügung für mein „Machen“ oder Erleben! Meine Mutter versuchte mir, klar zumachen, dass das „unanständig“ sei, diese Aktivität, und dass ich sie lassen sollte. Ich schwieg dazu und machte heimlich weiter, wann immer das möglich war. Doch das goldene Auge erschien mir nicht mehr – ich konnte “machen“, was ich wollte, der Weltenraum, die Schwerelosigkeit, das Geheimnis, das Mysterium – zerstört durch die Worte meiner Mutter, durch das Gift des Schuldgefühls, obwohl die Lust, mein kleiner vierjähriger Orgasmus, rein körperlich noch funktionierte.

Sie hat mich nicht geschlagen, sie hat  mich nicht mit demütigenden Worten verdammt, ihre Stimme beruhigte sich auch nach der ursprünglichen  Schärfe,  die wohl eher ihrem eigenen Erschrecken entsprungen war, eher liebevoll und geduldig erklärte sie mir die Unanständigkeit. Katholisch erzogen, wie sie war, glaubte sie wohl, mich zu behüten.

Heute, viereinhalb Jahrzehnte später, fühle ich auf ein Mal, beim Schreiben dieser Zeilen, etwas Mulmiges in der Magengrube – es ist nicht zu fassen: Angst  davor, erwischt zu werden! Sie ist schon zehn Jahre tot, ich selbst bin inzwischen Großmutter – wie tief sind doch die in der Kindheit verankerten Reflexe!

Ungezählt die seitdem erlebten Orgasmen  verschiedenster Dauer und Qualität –

und doch scheint es mir, als sei das goldene Auge ein Schlüsselerlebnis gewesen, das auf jeden Fall mitspielte, als ich mit zweiunddreißig Jahren auf Margo Anand (meine Lehrerin) traf und die bis heute spirituell wichtigste Meisterfigur meines Lebens: Osho, damals hieß er noch Bhagwan Sri Rajneesh. In seinen Anfängen wurde er von den Medien als Sex- Guru bezeichnet, was in seiner späten Phase, selbst noch zu seinen Lebzeiten und heute erst recht, manchmal vergessen ist. Seine eigene tantrische Phase war in den Siebzigern des 20.Jahrhunderts – ich habe sie selbst leider nicht mehr miterlebt und kenne seine  Äußerungen zum Tantra nur aus den Schriften, die alle Aufzeichnungen seiner Lectures sind.

Er hat viel über den Orgasmus gesagt, folgendes Zitat habe ich ausgesucht:

„Orgasmus ist Ekstase. Orgasmus ist Verloren – Sein in Zeitlosigkeit. Orgasmus ist, wenn dein ganzer Körper mit einer unbekannten Energie vibriert, die dir vorher nicht begegnet ist. Während des Orgasmus` bist du Gott sehr nahe.

Das  Wort „Orgasmus“ kommt von „Orgia“ – das war eine religiöse Zeremonie, eine heidnische Zeremonie:  wenn die Menschen sehr ekstatisch wurden, so ekstatisch, dass ihr ganzer Körper erfüllt war von göttlicher Energie und sie fast platzten vor lauter Energie,

und sie sich in dieser Energie geradezu verloren haben: dann nannten sie das Orgie  –

das war so etwas wie Tantra. Es war dionysisch – das ist die Wurzel des Wortes „Orgasmus“.

Männer fühlen ihn auch selten. Wenn dein ganzer Körper zittert, nicht nur dein sexuelles Organ, wenn du von den Zehen bis zum Kopf ein sexueller Orgasmus  wirst, dann wirst du ein sexuelles Organ….das ist das Symbol des Gottes Shiva; du musst es in Indien gesehen haben, das Shivalingam . Manche wundern sich und sagen: „Wo sind die Augen und wo ist die Nase und wo ist der Mund und wo sind die Beine? Und was für eine Art Darstellung ist dies?“ Das ist das Symbol des Orgasmus: wenn sich der ganze Körper in dieses Organ verwandelt. Augen, Mund, Körper, Geist – alle lösen sich auf in Sexualität, in Sinnlichkeit, in eine Art immenser Empfindsamkeit. Das ist die Bedeutung des Shivalingams.“

„Fly without wings, walk without feet, and think without mind“

 

An andere Stelle behauptet er, dass die orgasmische Erfahrung Grundlage sei nicht nur für das Tantra, sondern auch für den  Sufismus, den Taoismus und  den Zen Buddhismus.

Dass die Qualität der Zeitlosigkeit beim Orgasmus  den weisen Begründern dieser spirituellen Traditionen gezeigt hätte, dass, wenn es eine kleine Möglichkeit gäbe, eine kleine Tür für den Geist, sich von der Bedingtheit der Zeit  zu lösen und sich  in die Unendlichkeit aufzuschwingen, sie geahnt hätten, dass das auch „für immer“ möglich sein müsste.

Auf diese Weise hätten sie die Meditation entdeckt, ihre diversen Methoden entwickelt und natürlich auch die „Erleuchtung“.

Bezugnehmend auf meine eigene frühkindliche Erfahrung kann ich dieser Aussage  zunächst  zustimmen, erst ein Mal  hundertprozentig. Das war Tantra, das Zusammenfallen von sexueller Tätigkeit und meditativer Ruhe des alltagsgeschwätzigen Geistes, auch noch vollkommen aus sich selbst heraus – ohne jegliche Anstrengung. Und das kosmische Licht-und Raumerlebnis war noch mit eingeschlossen.

Nur: bis heute und trotz fast drei Jahrzehnten Tantra erscheint mir das goldene Auge keineswegs automatisch bei jedem Orgasmus sei er nun tantrisch initiiert oder „normal“.

Bezugnehmend auf Oshos Zitat, möchte ich darauf hinweisen, dass bei den dionysischen Ritualen, soweit es mir bekannt ist und was die Wissenschaft darüber weiß, der rituelle, wilde Gruppensex auch durch berauschende Getränke – und keineswegs nur Wein – stimuliert wurde und betörende Musik eine Rolle dabei spielte. Die Beteiligten kamen nicht durch Sex alleine in die tranceartige Nähe zu den Göttern.

Und ich würde Osho auch gerne fragen: „Selbst im Leben eines ganz normalen Menschen, gibt es nicht auch andere Augenblicke, in denen er der Meditation und der Stille nahekommt? Zum Beispiel bei ergreifenden Naturerlebnissen?“

Dazu kommt, dass im klassischen Tantra, dem rituellen Tantra, der Orgasmus kunstvoll kanalisiert und kontrolliert wird, um die sexuelle Energie den höheren Chakras zuzuführen, also sehr bewusst versucht wird, die sexuelle Energie in spirituelle Energie umzuwandeln.

Der Sadhaka (Praktizierende) befindet sich im tantrischen Ritual im Grunde die ganze Zeit zwischen den zwei Polen des Kontrollierens und des Loslassens – mit einfacher Unschuld und dem Eintauchen in die sexuelle Energie allein ist es hier nicht getan. Eine sehr komplexe Angelegenheit, die damit zu tun hat, dass wir als Erwachsene immer die selbstverständliche, unschuldige, kindliche Nähe zum Göttlichen verlieren und dass es eine Menge Arbeit ist, auf einer erwachsenen Stufe diese Nähe wieder herzustellen. Und nicht jeder sexuelle Akt, auch nicht jeder befriedigende sexuelle Akt hat Nähe zu göttlichen Dimensionen.

Bei allem, was Osho über Tantra sagt, war mir immer bewusst, dass er über die Essenz spricht, nicht über Details der tantrischen Praxis.

Zu  seiner Aussage über Shivalingam.: Irgendwann in meinem tantrischen Liebesleben befand ich mich in einer sehr tiefen Vereinigung, die Bewegungen des Beckens wurden immer rhythmischer, jenseits meines Willens, in einer mir bis dahin unbekannten Dimension, wir waren, ich war nur noch Rhythmus, Atem und Stöhnen – und plötzlich öffnete sich in meinem dritten Auge eine Vision: ich sah die Menschheit als Hecke in meinem ganzen inneren Gesichtsfeld – alle in Vereinigung, sie steckten ineinander, bewegten sich rhythmisch wie wir, auseinander geboren werdend, sich wieder dem Akt hingebend, stöhnend, mal getrieben, manche mit animalischen Gesichtern, manche selig verschmelzend mit edel-entrücktem Gesichtsausdruck, ineinander sterbend, aber sobald einer starb, wurde er ersetzt, nahm ein neue Person den Platz in der Hecke ein und vereinigte sich – aber alle folgten einem Naturgesetz, stärker als jedes einzelne Individuum und auch die Qualität der einzelnen Vereinigung spielte hier keine Rolle! Dann wurde alles immer schneller, wie in durch ein Fernrohr gesehen von der „falschen“ Seite verschwand der Blick auf Einzelheiten, die Hecke mutierte in ein endloses Lichterband, in ein Myriaden umfassendes Lichterband.

Mir war intuitiv klar: jedes Individuum ist ein Lichtpünktchen, auch ich, mein Partner, jeder, selbst der bedeutendste Mensch ist angesichts der Unendlichkeit kosmischer Vorgänge in der Schöpfung: ein Nichts! Ein winziger Bestandteil, ein Atom…

Dann wurden mein Partner und ich in die Vision hineingezogen –und damit hörte sie auf! Stärker habe ich nie die allumfassende Gesetzmäßigkeit und Kraft der Sexualität gesehen. Die Erfahrung war egozerstörend, aber nie konnte ich es anderen, denen ich davon erzählte klar machen, dass es trotzdem nicht schlimm war! Obwohl diese Erkenntnis auch erschreckend war – über die Unwichtigkeit de Einzelnen, so hatte sie auch etwas Erlösendes…obwohl es auch nicht „selig“ war im üblichen Sinne…

Tatsächlich übersteigt es meine sprachlichen Fähigkeiten, die Qualität dieser Vision noch besser in Worte zu fassen, mein Gefühl sprachlich auszudrücken.

Soviel an dieser Stelle zur Nähe von mystischen Erfahrungen und Orgasmus.

Danach hatte ich noch viele Vereinigungen – dennoch wiederholte sich auch diese Erfahrung nicht. Es gab noch viele andere mystische, tantrische Erfahrungen – aber die überlasse ich im Augenblick dem fruchtbaren Schoß des erinnerten, aber  noch nicht erzählten Schatzes an Ereignissen zutiefst spiritueller Qualität.

 

Ich möchte mich jetzt ein Mal den Widersprüchen widmen, die sich auftun, wenn man es sich zu einfach macht mit dem Thema. Dabei geht es um Wilhelm Reich, um die „Funktion des Orgasmus“, um  Osho und meine Erfahrungen mit Seminarteilnehmern und natürlich –da es wieder um Gesetzmäßigkeiten geht, immer auch um die eigene Person.

Und ausnahmsweise geht auch nicht um den klitoralen, vaginalen, multiplen oder häufig blockierten Orgasmus – darüber habe ich schon oft geschrieben, hier und in anderen Zeitschriften.

Sondern ich möchte ein Paradoxon beschreiben, das mit der Körpertypenlehre, von Reich mit der „Charakteranalyse“ begonnen, von Alexander Lowen weitergeführt, von Bäurle –teilweise zu humorvoll – beschrieben, einher kommt. Ich habe diese Körpertypenlehre seit dreißig Jahren immer wieder bestätigt gefunden in meiner körpertherapeutischen Arbeit.

Aber ich habe auch Kritik – das sei aber alles ein Mal hintan gestellt.

Es ist die systematische Wissenschaft von den Muskelpanzern, die den Orgasmusreflex behindern im Becken, die im Gesicht ein künstliches Lächeln einfrieren, uns manchmal Schmerzen machen, aber manchmal auch so chronisch sind, dass wir sie gar nicht mehr merken..

Ganz kurz, zur Auffrischung oder für die Leser, die davon noch nicht gehört haben:

Es gibt fünf Grundtypen: den Oralen(dünn und bedürftig), den Shizoiden (dünn und ängstlich), den Masochisten(beleibt und muskulär am stärksten gepanzert, vor allem an den Schultern), den Psychopathen (wohlproportioniert, „phallisch-narzistisch“ in Lowens Sprache), den Rigiden (eher athletisch, leistungsbetont). Natürlich sind die meisten Menschen Mischtypen und man muss sich schon gut auskennen, um wirklich damit zu arbeiten. Doch auch das soll hier mal Nebensache sein.

Die Körpertypen sind hier aufgezählt in der chronologischen Zeit ihrer Entstehung in der Kindheit.

Die erste drei gelten als genital nicht voll entwickelt, das heißt, sie haben aus sehr verschiedenen Gründen einen blockierten Orgasmusreflex und gelten – zumindest an der Oberfläche –als „ich-schwach“ und feldabhängig. Die letzten beiden der „Psychopath“, dessen Thema die Macht ist, und der „Rigide“, dessen Thema die Leistung ist, gelten als genital voll entwickelt, “ich-stark“ und feldunabhängig.  Diese beiden haben keine sexuellen Funktionsstörungen, der Orgasmusreflex ist nicht blockiert und sie gelten sexuell als verführerisch, aktiv und attraktiv.

Wie passt das zusammen mit der Aussage, dass es ja auf die Hingabe ankommt beim Orgasmus, das heißt, der Orgasmus ist ja ein Ich-Verlust?

Wieso können die Ich-starken sich sexuell eher hingeben als die, deren Ego schwächer entwickelt ist und die eine große Angst vor genau diesem Kontrollverlust haben, der zugelassen werden muss, um den Orgasmus zu erleben?

Ich zitiere Wilhelm Reich über die „orgastische Potenz“, ein sehr wichtiger Begriff, der nicht zu verwechseln ist mit der erektiven Potenz des Mannes: „ Die erektive und ejakulative Potenz sind bloß unerlässliche Vorbedingungen für die orgastische Potenz.  Sie ist die Hingabe an das Strömen der biologischen Energie ohne jede Hemmung, die Fähigkeit zur Entladung der hochgestauten sexuellen Erregung durch unwillkürliche lustvolle Körperzuckung. Kein einziger Neurotiker hat diese Fähigkeit, und die überwiegende Mehrheit der Menschen ist charakterneurotisch krank. Die Intensität der Lust im Orgasmus ist (beim angst-, unlust- und phantasiefreien Geschlechtsakt) abhängig von der Größe der auf das Genitale konzentrierten Sexualspannung, sie ist um so intensiver, je größer und steiler das Gefälle der Erregung ist.“

Nun, genau diese Fähigkeit haben die Rigiden und die (manipulativen) Psychopathen.

 

Wir kennen sie unter anderem aus vielen tantrischen Szenarios: sie haben viele Geliebte, sie sind echte Raketen und Tiger im Bett, auf keinen Fall lassen sie sich fangen in der Enge einer monogamen Beziehung. Sie sprechen immer von ihrer Freiheit – und sie lieben, sie lieben überhaupt als die einzig Wahren, weil Freiheit und Liebe Geschwister sind. Wir kennen sie aus der Literatur und Kunst: Es lebe Don Juan! Und natürlich Don Juanita!!

Sie verschaffen den Partnern viele Orgasmen, kunstvoll, sanft, zärtlich, hingegeben..

Aber: sie bleiben immer Chef oder Chefin, dominieren immer das Geschehen.

Ja, und sie sind ein Beispiel dafür, dass  Orgasmusfähigkeit eben doch  relativ wenig mit Erleuchtung  zu tun hat – oder?

Bioenergetisch gesehen sind sie im Brustbereich gepanzert: das Herz schlägt in einer Rüstung, einer festen „Röhre“ aus gepanzerten Muskeln – aber: es sieht oft nicht so aus!

Der Orgasmusreflex  schaukelt bei ihnen sozusagen  mitten in dieser Röhre zwischen Becken und Kopf vorbei und funktioniert wunderbar!

Und bitte: ich möchte nicht missverstanden werden: ich bin nicht gegen Polygamie oder die Freiheit – nur manchmal versteckt sich etwas anderes hinter dem Schein der Oberfläche, als die suggeriert: das Herz ist der Schlüssel – ist aber auch nicht die ganze Antwort: im Herzen zu sein schenkt mir noch keinen ORGASMUS. Für ein erfülltes Menschsein ist der schon recht wichtig.

Die Antwort liegt darin, dass wir als Menschen sehr komplexe Wesen sind und alle Ebenen unseres Daseins angeschaut und integriert werden müssen, um das ganze Potenzial als Mensch zu er- leben. Kein einzelner Aspekt trägt in sich die ganze Antwort – die Physiker, so habe ich gehört, suchen auch seit Jahrzehnten die eine Formel, die die ganze Welt erklärt: sie haben sie NICHT gefunden – und angeblich ist in internen Diskussionen davon die Rede, das man davon immer weiter entfernt ist. (so stand es in der ZEIT)

Zuletzt noch Osho über Reich: „Wilhelm Reich hat recht, wenn er sagt, dass, wenn wir der Menschheit den Orgasmus zurückbringen, werden fast neunzig Prozent der Geisteskrankheiten sofort verschwinden – wie Tautropfen am Morgen, wenn die Sonne kommt.“

Ach, ich wünschte mir von Herzen, die zwei hätten recht! Habe mich sehr bemüht darum, Menschen zu helfen, einen Orgasmus zu bekommen. Ich hatte Erfolg in vielen, sehr vielen Fällen, aber: keineswegs hören damit automatisch selbstzerstörerische und neurotische Verhaltensweisen auf, noch nicht ein Mal im Einzelfall.

Auf dem Weg zu einem glücklicheren Leben ist auch das nur ein Baustein.

Da irrte auch Reich. Ich glaube Osho und Reich haben beide die Wirkung von Gewalt

auf die Gesundheit der menschlichen Psyche unterschätzt.

Dennoch: ich wünsche allen Lesern dieses Magazins  ein orgastisches und  orgasmusreiches Leben – mit Nähe zum mystischen, grenzenlosen inneren Raum. Möglich ist das schon.

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